Zwischengefasster Reißverschluss in 8 Schritten einnähen

Hier erfährst Du, wie Du in acht einfachen Schritten einen teilbaren Reißverschluss in deine neue Jacke einnähst. Der Reißverschluss mit Blende ist einfacher genäht, als Du denkst.

Diese Art den Reißverschluss einzunähen, nennt man auch zwischengefasster Reißverschluss.

Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob Du einen teilbaren Reißverschluss hast, schau gern in diesem Artikel zu den unterschiedlichen Reißverschlussarten nach.

Zwischengefasster Reißverschluss einnähen

Du benötigst folgende Materialien:

  • teilbarer Reißverschluss
  • Reißverschlussfüßchen deiner Nähmaschine
  • Stecknadeln
  • Stoffmarkierer, Kreide oder etwas anderes um Markierungen zu setzen
  • deine Schnittmusterteile
  • zwei Soffstreifen zum Verblenden (falls nicht im Schnittmuster enthalten)

1. Markierungen setzen

Markierungen setzen

Markiere Dir zunächst auf deinem Stoff die Stelle, wo der Reißverschluss anfängt bzw. endet. Setze die Markierungen auf die rechte Seite beider Stoffteile innerhalb der Nahtzugabe. Achte darauf die Schnittteile auszurichten, sonst sitzt dein Reißverschluss nachher schief bzw. schließt schief. Ich markiere immer das untere Ende des Reißverschluss.

2. Teilbaren Reißverschluss auf der rechten Seite annähen

Ich beginne auf der von Dir aus rechten Seite. Es ist aber egal, mit welcher Seite Du beginnst.

2.1 Reißverschluss stecken

teilbaren Reißverschluss einnähen

Lege den Stoff mit der rechten (schönen) Seite nach oben vor Dich hin. Lege den geschlossenen Reißverschluss mit dem Zipper nach unten auf den Stoff. Die Kante des Reißverschlussbandes schließt mit der Stoffkante ab. Fixiere alles gut mit Stecknadeln.

Wenn Du die Nadeln längst zu Stoffkante setzt, lässt sich der Zipper gleich besser bewegen!

Und schon geht es an die Nähmaschine!

2.2 Die erste Naht zum teilbaren Reißverschluss an Jacken

Setze an deiner Nähmaschine den Reißverschlussfuß ein. Die Reißverschlüssfüße sehen je nach Hersteller schon mal anders aus. Bitte schaue in die Anleitung deiner Nähmaschine.

Zum Einnähen stellst Du einen Geradstich mit einer Länge von 2,5 bis 3 ein.

Öffne den Reißverschluss etwas bevor Du mit dem Nähen beginnst.

Beginne die Naht neben dem kleinen Stopper, der verhindert, dass der Zipper heraus rutscht. Nähe mit etwas Abstand von der Reißverschlusszähnen. Sichere die Naht mit Vor- und Rückstichen (verriegeln). Achte darauf, dass die Nadel nicht auf eventuell vorhandene Metallteile trifft.

Nähe nun in gerade Linie weiter nach unten. Lass dabei den Reißverschlussfuß schön gleichmäßig entlang der Zähnchenraupe laufen. Etwa 3 – 4 cm vor dem Zipper stoppst Du und versenkst die Nadel im Stoff. Nun wird der Reißverschluss geschlossen.

Meist ist der Zipper so groß, dass Du nicht einfach an ihm vorbei nähen kannst. Also versenkst Du die Nadel im Stoff und hebst das Nähmaschinenfüßchen an. Nun bewegst Du vorsichtig den Zipper nach oben. Manchmal hilft es den Stoff etwas aus der Nahtlinie zu drehen, also schräng zu legen. Bitte nichts verschieben, die Nadel hält den Stoff an Ort und Stelle. Wenn der Reißverschluss geschlossen ist, richtest Du den Stoff wieder aus, senkst das Füßchen ab und nähst in gerader Linie weiter.

Am unteren Ende des Reißverschlusses verriegelst Du wieder die Naht.

ACHTUNG! Manchmal sind die Enden Des Reißverschlussbandes mit Kunststoff verstärkt. Nähe dann langsam, damit Dir die Nadel nicht abbricht.

So, einmal tief durchatmen und auf die Schultern klopfen: Die erste Naht ist geschafft!

2.3 Den Reißverschluss zwischenfassen

Damit das Reißverschlussband und die Nähte auf der linken Seite später nicht zu sehen sind, wird der Reißverschluss nun zwischengefasst.

Bei einigen Schnittmustern ist ein Belegstreifen vorgesehen. Diese Streifen können unterschiedlich geschnitten sein.

Falls so ein Streifen nicht vorgesehen ist, Du den Reißverschluss aber trotzdem verblenden möchtest, schneide Dir ein Stück Stoff in der Länge der gesamten Öffnung und in beliebiger Breite zu. Die Breite sollte mindestens 4cm betragen, kürzen kannst Du später immer noch.

Mein Beleg ist 7cm breit.

Lege das Stück Stoff mit dem Reißverschluss vor Dich hin. Die rechte (schöne) Stoffseite zeigt nach oben. Der angenäht Reißverschluss liegt mit der Raupe und dem Zipper nach unten. Kippe das obere Ende des Reißverschlussbandes nach außen, so dass es von der Stoffkante weg zeigt. (Auf dem rechten Bild noch zu erahnen)

Lege nun deinen Belegstreifen mit der rechten (schönen) Seite nach unten auf den Reißverschluss. Richte dabei die Stoffkante an der Reißverschlusskante aus. Stecke den Beleg mit Nadeln fest.

Öffne den Reißverschluss etwas. Wenn Du die Nadeln parallel zur Naht steckst, ist das etwas einfacher.

Drehe nun den Stoff um. Der Beleg liegt unten, der Jackenstoff oben. Nun siehst Du die bereits vorhandene Naht, mit der Du den Reißverschluss angenäht hast. Auf dieser Naht nähst Du nun entlang.

Eventuell musst Du dafür das Reißverschlussfüßchen umstellen!

Beginne am Anfang der bestehenden Naht. Nähe zunächst bis zum oberen Ende zurück. So fasst Du den Beleg auf der gesamten Länge mit. Nähe dann wieder vorwärts, immer auf der bereits vorhandenen Naht entlang. Je genauer Du die Naht triffst, desto schöner ist das Ergebnis.

Nähe auch hier bis kurz vor den Zipper, versenke die Nadel, schließe den Reißverschluss und nähe bis zum unteren Ende des Stoffes. Sichere die Naht durch Vor- und Rückstiche. So sieht das nun fertig aus.

Klappe nun den Jackenstoff nach oben, den Belegstoff nach unten weg. Der Reißverschluss liegt nun frei wie auf dem rechten Bild. Auf dieser Seite hast Du nun einen zwischengefassten Reißverschlus. Wenn der Stoff es erlaubt, bügelst Du nun die Kante gut aus und steppst sie anschließend auf der gesamten Länge ab. Dazu kannst Du den Geradstich mit dem Reißverschlussfuß nutzen oder einen Zierstich mit dem normalen Nähmaschinenfüßchen.

Tipp: Wenn Du magst kannst Du mit Kontrastgarn, also Garn in einer anderen Farbe, hier für einen optischen Hingucker sorgen. Bist Du noch nicht ganz so geübt, nimm ein Garn, dass farblich zum Stoff passt. So fallen kleine Wackler nicht gleich auf.

Juhuu, Du hast die erste Seite geschafft. Jetzt kommt die zweite Seite dran. Sie wird gegengleich gearbeitet.

3. Teilbaren Reißverschluss an die linke Seite annähen

Und, wie hat es bis hierhin geklappt? Bist Du zufrieden?

Dann kommt als nächstes wieder das Stecken.

3.1 Reißverschluss stecken

Ganz am Anfang hattest Du auf beide Jackenseiten eine Markierung für den Reißverschluss gesetzt. Lege nun die linke Jackenseite mit der rechten (schönen) Stoffseite nach oben vor Dich hin. Lege den Reißverschluss mit der Raupe nach unten auf den Jackenstoff. Die bereits genähte Jackenseite liegt dabei mit der rechten (schönen) Seite nach unten, am Beleg ist die rechte (schöne) Stoffseite zu sehen.

Richte den Reißverschluss an der Stoffkante und an der Markierung aus und stecke ihn fest. Öffne den Reißverschluss etwas.

3.2 Reißverschluss annähen

Beginne auch hier auf Höhe des Stoppers mit dem Nähen. Verwende einen Geradstich mit der Stichlänge 2,5 bis 3. Achte auf die richtige Stellung des Reißverschlussfüßchens. Versuche im gleichen Abstand zu nähen wie auf der anderen Seite.

Stoppe auch hier kurz vor dem Zipper, versenke die Nadel im Stoff und schließe den Reißverschluss. Anschließend nähst Du bis zum Ende des Reißverschluss. Sichere auch diese Naht mit vor- und Rückstichen.

3.3 Beleg stecken und Reißverschluss zwischenfassen

Zuerst klappst Du das Reißverschlussband am oberen Ende zur Seite und steckst es fest. Dann legst Du den Beleg mit der rechten (schönen) Seite nach unten auf den Reißverschluss, richtest ihn an der Reißverschlusskante aus und steckst ihn fest.

Öffne nun wieder den Reißverschluss ein Stück. Wenn Du die Nadeln parallel zur Nährichtung steckst (nicht quer wie ich), ist das Öffnen leichter.

Nun drehst Du den Stoff wieder um und nähst entlang der vorhandenen Naht. Ist der Reißverschlussfuß auf der richtigen Seite? Beginne wieder an Anfang der Naht und nähe zurück bis zum oberen Stoffende. Nähe dann wieder vorwärts bis zum unteren Stoffende. Hier sicherst Du die Nacht wieder durch Vor- und Rückstiche. So sieht es jetzt aus.

Jetzt klappst Du den Jacken- und Belegstoff weg und bügelst die Kante gut aus, wenn der Stoff es ermöglicht. Steppe die entstandene Kante ab.

Tadaa! Herzlichen Glückwunsch! Dein zwischengefasster Reißverschluss ist fertig.

Die weiteren Schritte kannst Du deinem Schnittmuster entnehmen. Sollte dort nichts beschrieben sein, kannst Du wie in diesem Artikel beschrieben weiter vorgehen.

Ich wünsche Dir viel Spaß beim Nähen!

Du hast noch Fragen? Schreib mir gern ein Kommentar.

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Blogserie Reißverschluss

  1. Reißverschlussarten – Welche Unterschiede gibt es?
  2. 3 Schritte zur Reißverschluss-Innentasche
  3. In 5 Schritten zum nahtverdeckten Reißverschluss
  4. In 6 Schritten einen teilbaren Reißverschluss einnähen (untergesteppter Reißverschluss)
Reißverschluss in Jacke einnähen

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