In 6 Schritten einen teilbaren Reißverschluss einnähen

Du möchtest eine Jacke oder Weste nähen? Hier erfährst Du, wie du ganz einfach einen teilbaren Reißverschluss einnähen kannst.

Was ist ein teilbarer Reißverschluss?

Teilbare Reißverschlüsse findest Du an Jacken und großen Taschen. Sie lassen sich komplett öffnen, so dass bei Seite komplett von einander getrennt sind. Das kennt wohl jeder von der offenen Jacke.

Reißverschluss Arten: teilbarer Reißverschluss

Teilbare Reißverschlüsse haben am unteren Ende ein Kasten- und ein Steckteil, womit man die beiden Reißverschluss-Seiten zusammenfügen kann.

Wenn du mehr über die unterschiedlichen Reißverschlüsse erfahren möchtest, schau Dir gern den Artikel zu den verschiedenen Reißverschluss-Arten an (klick).

Aber wie kommt nun der Reißverschluss an die Jacke. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. die schnelle Methode, bei der das Reißverschlussband auf der Rückseite zu sehen ist (untergesteppter Reißverschluss)
  2. die schöne Methode, bei der der teilbarer Reißverschluss mit Beleg genäht wird (zwischengefasster Reißverschluss)

In diesem Artikel stelle ich Dir die einfache Methode zum Einnähen eines teilbaren Reißverschlusses vor. Am Ende des Artikels zeige ich Dir auch, wie Du das Reißverschlussband auf der linken Stoffseite verblenden kannst.

Du benötigst folgende Materialien:

  • teilbarer Reißverschluss
  • Reißverschlussfüßchen deiner Nähmaschine
  • Stecknadeln
  • Stoffmarkierer, Kreide oder etwas anderes um Markierungen zu setzen
  • deine Schnittmusterteile

Untergesteppter Reißverschluss – teilbaren Reißverschluss einfach einnähen

1. Markierungen setzen

Markierungen setzen

Markiere Dir zunächst auf deinem Stoff die Stelle, wo der Reißverschluss anfängt bzw. endet. Setze die Markierungen auf die rechte Seite beider Stoffteile innerhalb der Nahtzugabe. Achte darauf die Schnittteile auszurichten, sonst sitzt dein Reißverschluss nachher schief bzw. schließt schief.

2. Reißverschluss auf der rechten Seite stecken

Ich beginne Reißverschlüsse immer auf der (von Dir aus gesehen) rechten Seite. Du kannst auch mit der anderen Seite beginnen.

teilbaren Reißverschluss einnähen

Lege den Stoff mit der rechten (schönen) Seite nach oben vor Dich hin. Lege den geschlossenen Reißverschluss mit dem Zipper (das Schiebeteil mit dem Du später die Jacke öffnest und schließt) nach unten auf den Stoff. Die Kante des Reißverschlussbandes schließt mit der Stoffkante ab. Fixiere alles gut mit Stecknadeln.

3. Reißverschluss auf der rechten Seite annähen

Setze an deiner Nähmaschine den Reißverschlussfuß ein. Die Reißverschlüssfüße sehen je nach Hersteller schon mal anders aus. Bitte schaue in die Anleitung deiner Nähmaschine.

Zum Einnähen stellst Du einen Geradstich mit einer Länge von 2,5 bis 3 ein.

untergesteppter Reißverschluss

Bevor Du mit dem Nähen beginnst, öffne etwas denn Reißverschluss.

Setze den Reißverschlussfuß so an die Raupe (die Reihe der Reißverschlusszähnchen), dass er schön daran entlang läuft. Beginne deine Naht am oberen Ende der Zähnchenreihe, neben dem oberen Stopper. Achte dabei darauf, nicht auf evtuell vorhandene Metallteile zu kommen. Sichere die Naht mit einigen Vor- und Rückstichen (verriegeln).

Nähe bis etwa 3 – 4 cm vor den Zipper. Da der Zipper häufig etwas größer ist, kommst Du nicht auf gerader Linie mit dem Füßchen daran vorbei. Deshalb schließt Du nun den Zipper.

Dazu versenkst Du die Nadel im Stoff und hebst das Füßchen an. Dann fasst Du unter den Reißverschluss an den Zipper und schließt ihn vorsichtig. Sollte es irgendwo klemmen oder Du den Zipper nicht am Füßchen vorbei bekommen, drehe den Stoff etwas zur Seite. Schließe den Zipper, richte den Stoff wieder aus und nähe weiter.

Nähe weiter bis zum unteren Ende des Reißverschlusses. Achte darauf, dass Du in gerade Linie an dem Kasten- und Steckteil vorbei kommst.

ACHTUNG: Manche Reißverschlüsse sind am unteren Ende mit Kunststoff verstärkt. Nähe hier langsam und schau, wie Nadel sich verhält. Nutze im Zweifelsfall das Handrad zum Weiternähen. Drehe es auf Dich zu und bewege so Nadel und Stoff vorwärts.

Sichere auch das Ende der Naht durch Vor- und Rückstiche (verriegeln).

4. Rechte Seite absteppen

Kippe nun den Reißverschluss hinter den Stoff, so wie auf dem mittleren Bild. Je nach Schnittmuster kannst Du das obere Teil des Reißverschlussbandes seitlich weg klappen und mit einer Nadel fixieren.

Wenn dein Stoff es zulässt, kannst Du die entstandene Stoffkante (mittleres Bild) bügeln. Achte drauf, dass der Stoff schön parallel zur Raupe liegt. Kleine Wackler in der ersten Naht kannst Du hier durch das Bügeln ausgleichen.

Jetzt wird diese Naht abgesteppt. Dazu nähst Du einfach mit einem Geradestich an der Stoffkante entlang. Nutze wieder das Reißverschlussfüßchen, ggf. musst Du das Füßchen umstecken. Beginne deine Naht ganz oben und nähe bis zum unteren Stoffrand.

Tipp: Wenn Du magst kannst Du mit Kontrastgarn, also Garn in einer anderen Farbe, hier für einen optischen Hingucker sorgen. Bist Du noch nicht ganz so geübt, nimm ein Garn, dass farblich zum Stoff passt. So fallen kleine Wackler nicht gleich auf.

Die erste Seite ist geschafft! Klopfe Dir auf die Schulter! Jetzt kommt die zweite Seite. Diese wird gegengleich gearbeitet.

Gegebenenfalls kannst Du das überstehende Reißverschlussband jetzt abschneiden. Richte Dich hier auch nach deinem Schnittmuster.

5. Reißverschluss an die linke Seite nähen

Lege das noch nicht genähte Stoffteil mit der rechten (schönen Seite) vor Dich hin. Du solltest die am Anfang gesetzten Markierungen sehen. Lege nun das bereits genähte Stoffteil mit der rechten (schönen) Seite nach unten so auf die andere Seite, dass:

  1. dass Reißverschlussband mit der Stoffkante abschließt
  2. der Reißverschluss auf die am Anfang gesetzten Markierungen trifft.

Stecke den Reißverschluss fest. Falls Du die Nadeln lieber längst, statt quer steckst, achte darauf, sie mit dem Köpfchen nach unten zu stecken. So kannst Du sie leichter heraus ziehen.

Öffne auch auf dieser Seite den Reißverschluss etwas, bevor Du mit dem Nähen beginnst.

Beginne die Naht wieder neben dem oberen Ende des Reißverschlusses. Nutze auch hier einen Geradestich mit einer Stichlänge von 2,5 bis 3.

Verriegele den Beginn der Naht, nähe bis kurz vor den Zipper. Hier versenkst Du wieder die Nadel im Stoff, hebst das Füßchen und schließt den Reißverschluss.

Die zweite Seite geht schon einfacher, oder?

6. Linke Seite absteppen

Klappe auch hier wieder den Reißverschluss (samt dem andern Stoffteil) um, bügle nach Möglichkeit die Kante aus und steppe die Naht ab.

Auf dieser Seite habe ich das Reißverschlussband nicht ganz so stark vergekippt. Auf dem linken Bild kannst Du den Unterschied gut erkennen. Wie das Reißverschlussband am besten liegt, entscheidest Du nach Schnittmuster oder danach wie hoch der Reißverschluss am fertigen Teil sitzt.

So sieht dein fertiger Reißverschluss von vorn aus.

Fertig eingenähter Reißverschluss – Wie kann es weitergehen?

Du hast nun einen teilbaren Reißverschluss eingenäht. Wie geht es nun aber weiter. Hier erfährst Du, wie Du die obere und/oder untere Seite verblenden kannst oder das Reißverschlussband auf der Rückseite verdeckst.

Obere Stoffkante und Reißverschluss-Anfang verstürzen

Für das Verstürzen benötigst Du einen Streifen, der entweder so lang ist, wie der gesamte obere Ausschnitt oder wie das Maß von Reißverschlusskante bis Schulternaht + Nahtzugabe. Die Breite des Streifens ist Geschmackssache. Er sollte aber mindestens 4 cm breit sein.

Stoffstreifen an die obere Kante stecken und nähen

Stecke deinen Stoffstreifen entlang der oberen Stoffkante fest. Lass dabei die Nahtzugabe überstehen. Möchtest Du einen Streifen am gesamten Ausschnitt verwenden, beginnt der Schreiben auf der linken Seite, läuft einmal ringsherum und endet auf der rechten Seite. Da ich hier keine ganze Jacke habe, nähe ich nur auf dem kleinen Stück.

Nähe entlang der blauen Linie mit Geradstich, Stichlänge 2,5 bis 3. Hier kannst Du den normalen Nähmaschinenfuß nutzen.

Bügele anschließend den Streifen und die Nahtzugabe nach oben. So sollte es dann aussehen.

Die Nahtzugabe über dem Reißverschluss steht vor. Wende nun das gesamte Teil.

Reißverschlussband „verstecken“ und obere Kante verstürzen

Jetzt kommen wir zum Stoff-Origami:

  • Falte die Nahtzugabe über dem Reißverschluss nach innen, so dass der Stoff in einer Kante mit den Reißverschlusszähnchen liegt. Bügele ggf. die entstandene Kante.
  • Falte nun den Streifen von oben bis zur bereits vorhandenen Naht. Der Stoff liegt über der Nahtzugabe.
  • Falte nun den Streifen ein weiteres Mal nach unten. Die Naht aus dem vorherigen Schritt liegt nun wieder der oberen Kante.
  • Bügele und stecke alles gut fest.

Ich habe hier einen sehr breiten Stoffstreifen genutzt, damit Du gut die einzelnen Schritte erkennen kannst. Bei einem 4 cm breiten Streifen bleibt hier nur noch 1 cm , der das Reißverschlussband und den Ausschnitt verblendet.

Nähe nun den Stoffstreifen parallel zur Ausschnittkante fest. Solche sichtbaren Kanten werden eigentlich von der rechten Seite genäht (so wie auf den Bildern unten). Bist Du noch nicht ganz so geübt, nähe gern von links, damit Du den Streifen auch überall fasst.

Beginne an der abgesteppten Reißverschlussnaht und nähe einmal herum bis zur abgesteppten Naht auf der anderen Seite. Dort wo Du auf die abgesteppte Naht triffst, versenke die Nadel im Stoff und drehe den Stoff um 90 Grad. Verlängere nun die bereits vorhandene Steppnaht nach oben.

ACHTUNG: Du hast hier viele Stofflagen + das Reißverschlussband. Nähe langsam und vorsichtig. Sollte deine Maschine ins Stocken geraten, drehe das Handrad auf der rechten Seite der Maschine vorsichtig auf Dich zu. So bewegst Du die Nadel und den Stoff langsam weiter.

Diese kurze Naht nähe ich immer doppelt, sprich noch einmal zurück. Solltest Du das Handrad nutzen, halte die Rückwärtstaste gedrückt und drehe weiter das Handrad auf Dich zu.

Auf der anderen Seite nähst Du diese kurze Naht gegengleich.

So wie auf der linken Seite sieht es fertig aus. Nach die

Reißverschlussband mit Webband verschönern

Möchtest Du das Reißverschlussband auf der Rückseite nicht sehen, kannst Du es mit Webband überdecken. Bedenke aber bei dieser Lösung, dass zwei weitere Nähte auf der Vorderseite zu sehen sind.

Du kannst auch erst beide Methoden kombinieren. Nähe dann zuerst das Webband fest und verstürze anschließend die Kante.

Ich wünsche Dir viel Spaß beim Nähen!

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Blogserie Reißverschluss

  1. Reißverschlussarten – Welche Unterschiede gibt es?
  2. 3 Schritte zur Reißverschluss-Innentasche
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